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Häufig gestellte Fragen #1

Fragen zum Thema Parkinson verstehen

Was ist die Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung , die vor allem Dopamin-produzierende Zellen (sogenannte Neuronen) in einem bestimmten Bereich des Gehirns, der Substantia nigra, betrifft.

Wie häufig ist M. Parkinson?

Fast 10 Millionen Menschen weltweit leben mit Parkinson. Es ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung nach Morbus Alzheimer. Die Anzahl der Personen, die mit Parkinson leben wird in den nächsten 20 Jahren aufgrund einer alternden Gesellschaft erheblich zunehmen.

Was sind die Symptome von M. Parkinson?

Parkinson verläuft bei allen Betroffenen unterschiedlich. Es gibt viele Symptome im Zusammenhang mit Parkinson, aber keine betroffene Person entwickelt alle möglichen Symptome. Allerdings gibt es vier Hauptsymptome der Erkrankung, welche oft in Betracht gezogen werden, wenn man die Diagnose Parkinson stellt. Bedenken Sie, dass nicht alle vier Symptome vorhanden sein müssen, um die Diagnose stellen zu können.

Die 4 Hauptsymptome sind:

  • Zittern, auch Tremor genannt
  • Verlangsamte Bewegungen (Bradykinesie)
  • Steifigkeit der Gliedmaßen (Rigidität)
  • Gehstörungen und Gleichgewichtsprobleme

Zusätzlich zu bewegungsbezogenen (motorischen) Symptomen, können die folgenden bewegungsunabhängigen (nicht-motorischen) Symptome vorliegen: Apathie, Angst, Depression, Verstopfung, Schlafstörungen, der Verlust des Geruchssinns und eine kognitive Beeinträchtigung.

Wen betrifft M. Parkinson?

Ein hohes Alter ist der größte Risikofaktor für Parkinson, die meisten Betroffenen werden zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr mit Parkinson diagnostiziert. In einigen Fällen können Menschen die Erkrankung vor dem 50. Lebensjahr entwickeln, dies wird als Young Onset-Parkinson bezeichnet. Ungefähr 4 % der Menschen mit Parkinson erhalten vor dem 50. Lebensjahr ihre Diagnose. Männer entwickeln 1,5-mal häufiger die Erkrankung als Frauen.

Die genauen Ursachen für Parkinson sind noch nicht bekannt, Wissenschaftler_innen glauben, dass die Ursache eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren ist. Die Genetik verursacht etwa 10 bis 15 % aller Parkinson-Fälle. In den restlichen 85 bis 90% der Fälle ist die Ursache unbekannt.

Wie wird M. Parkinson diagnostiziert?

Es gibt keinen einzelnen, diagnostischen Test für Parkinson. Ärzte/Ärztinnen greifen auf eine Kombination von klinischen Untersuchungen und Tests zurück, welche die Symptome bewerten. Oft wird die Diagnose von Parkinson zuerst von Hausärzten/ Hausärztinnen oder Neurologen/Neurologinnen gestellt. Viele Menschen suchen eine zusätzliche ärztliche Meinung bei Bewegungsspezialisten/Bewegungspezialistinnen, in der Neurologie tätige Personen mit Erfahrung und einer spezifischen Ausbildung in der Beurteilung und Behandlung von Parkinson.

Wie wird M. Parkinson behandelt?

Es ist möglich, ein gute bis sehr gute Lebensqualität mit Parkinson zu haben. Die Behandlung jedes Menschen mit Parkinson basiert auf seinen/ ihren Symptomen und kann Medikamente und später eine chirurgische Therapie umfassen. Es stehen viele Medikamente zur Verfügung, um die Parkinson-Symptome zu lindern, auch wenn keines existiert, welches die Auswirkungen der Krankheit behebt. Andere Behandlungen umfassen Lebensstilveränderungen, wie beispielsweise mehr Ruhe und Bewegung in den Alltag zu integrieren.

Woran erkenne ich ob ich oder eine mir nahestehende Person an Parkinson erkrankt sein könnte?

Parkinson ist nicht einfach zu erkennen. Die Symptome entwickeln sich im Allgemeinen langsam über Jahre und von Person zu Person unterschiedlich. Es gibt jedoch frühe Anzeichen, die auf eine Parkinsonerkrankung hinweisen können. Im Folgenden finden Sie eine Liste von 10 frühen Anzeichen.

Vorab aber noch ein Hinweis: bei Vorliegen eines dieser Anzeichen bedeutet es nicht, dass Sie sich Sorgen machen müssen. Sollten Sie mehr als ein Anzeichen bemerkt haben, vereinbaren Sie einen Termin für ein Gespräch mit Ihrem Arzt!

Zittern

Haben Sie ein leichtes Zittern Ihres Fingers, Daumens, Kinns oder ihrer Hand bemerkt? Ein sogenannter Tremor im Ruhezustand ist ein häufiges frühes Anzeichen für Parkinson.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Zittern kann nach dem Sport oder nach viel Bewegung kann vorkommen. Außerdem kann es sein, dass ihre Muskeln zittern, wenn Sie Sie gestresst oder verletzt sind. Zittern kann auch durch ein Medikament, das Sie einnehmen, verursacht werden.

Kleine Handschrift

Ist Ihre Handschrift kleiner geworden als sie früher war? Vielleicht bemerken Sie, dass Ihre geschriebenen Buchstaben kleiner sind und die Wörter zusammengedrängt sind. Die Veränderung der Handschrift, auch Mikrographie genannt, kann ein Anzeichen von Parkinson sein.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Manchmal kann sich die Schrift auch mit zunehmendem Alter verändern oder wenn Sie steife Hände, Finger oder verschlechtertes Sehvermögen haben.

Verstopfung

Haben Sie mit dem täglichen Stuhlgang? Verstopfungen können ein frühes Anzeichen für Parkinson sein.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Wenn Sie nicht genügend Wasser und Ballaststoffen zu sich nehmen kann dies zu Problemen auf der Toilette führen. Auch einige Medikamente, vor allem Schmerzmittel, können Verstopfung verursachen. Wenn es keine anderen Gründe, wie Ernährung oder Medikamente, für Ihre Verdauungsprobleme gibt, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Verlust des Geruchssinns

Haben Sie bemerkt, dass Sie bestimmte Lebensmittel nicht mehr sehr gut riechen? Wenn Sie zunehmend Probleme beim Riechen von Lebensmitteln wie zum Beispiel Bananen oder Lakritze haben, sollten Sie Ihren Arzt nach Parkinson fragen.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Ihr Geruchssinn kann durch eine Erkältung, Grippe oder eine verstopfte Nase verändert sein, er sollte aber zurückkehren, wenn es Ihnen besser geht.

Schlafprobleme

Wälzen Sie sich lange im Bett herum bevor Sie einschlafen oder bewegen Sie sich heftig während des Schlafs? Manchmal bemerkt ein*e Partner*in dies und möchte in einem anderen Bett schlafen. Schwierigkeiten beim Einschlafen und plötzliche Bewegungen im Schlaf können ein Anzeichen von Parkinson sein.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Es ist normal, dass man mal eine Nacht hat, in der man sich ‚hin und her wälzt‘, anstatt zu schlafen. Ebenso sind schnelle Zuckungen des Körpers beim Einschlafen oder bei leichterem Schlaf üblich und oft normal.

Schwindel und Ohnmacht

Fällt Ihnen auf, dass Ihnen oft schwindelig wird, wenn Sie aus sitzender Position aufstehen? Schwindelgefühle oder Ohnmachtsanfälle können ein Zeichen für niedrigen Blutdruck sein und mit Parkinson in Verbindung stehen.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Jede*r hat schon einmal beim Aufstehen Schwindel erlebt, aber wenn dies regelmäßig auftritt, sollten Sie sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Gebückte oder gekrümmte Haltung

Stehen Sie nicht mehr so aufrecht wie früher? Wenn Sie oder Ihre Familie und Freunde bemerken, dass Sie gebückt laufen oder in buckeliger, gekrümmter Haltung stehen, könnte dies ein Zeichen für Parkinson sein.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Wenn Sie Schmerzen aufgrund einer Verletzung haben oder wenn Sie krank sind, kann dies dazu führen, dass Sie nicht aufrecht stehen. Andere Krankheiten, wie Arthrose, können ebenfalls dazu führen, dass Sie sich nach vorne beugen.

Schwierigkeiten beim Bewegen und Laufen

Fühlen sich ihr Körper, Ihre Beine oder Ihre Arme steif an? Haben andere bemerkt, dass einer Ihrer beiden Arme nicht mehr so schwingt wie früher, wenn Sie gehen? Oft geht eine Steifigkeit zurück, wenn man sich bewegt. Wenn eine Steifigkeit bei Ihnen aber nicht weniger wird, kann dies ein Anzeichen für Parkinson sein. Betroffene beschreiben, oft dass Schmerzen in Hüfte und Schultern, und dass ihre Füße „am Boden zu kleben scheinen“.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Wenn Sie Ihren Arm oder Ihre Schulter verletzt haben, können Sie diese bis zur Heilung vielleicht nicht mehr so gut bewegen. Andere Krankheiten, wie Arthrose, können ebenfalls Bewegungsschwierigkeiten verursachen.

Maskengesicht

Wurde Ihnen schon einmal gesagt, dass Sie einen ernsten, deprimierten oder wütenden Gesichtsausdruck haben, auch wenn Sie nicht in schlechter Stimmung waren? Dieses Symptom wird oft als Maskengesicht bezeichnet.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Einige Medikamente können dazu führen, dass Sie einen ernsten oder starren Blick haben, dies ist aber umkehrbar und normalisiert sich, nachdem das Medikament abgesetzt wurde.

Sanfte oder leise Stimme

Haben Ihnen andere Leute gesagt, dass Ihre Stimme sehr leise ist oder dass Sie heiser klingen? Wenn sich Ihre Stimme verändert hat, sollten Sie Ihren/ Ihre Arzt/ Ärztin darauf ansprechen, ob es sich um Parkinson handeln könnte. Eine leisere Stimme kann manchmal dazu führen, dass Sie denken, dass das Gehör Ihrer Mitmenschen schlechter wird, obwohl eigentlich Sie leiser sprechen.

Was können andere Ursachen hierfür sein? Eine Erkältung oder ein anderes Virus kann dazu führen, dass Ihre Stimme anders klingt, aber sie sollte wieder wie früher klingen, wenn Sie Ihren Husten oder Ihre Erkältung auskuriert haben.

Ich habe XY über Parkinson gehört – stimmt das?

Rund um die Parkinson Erkrankung gibt viele Mythen und Missverständnisse. Wenn Sie wissen, was Fakt oder Missverständnis ist, kann Ihnen das dabei helfen besser mit der Erkrankung umzugehen, deswegen finden Sie im Folgenden eine Auflistung der häufigsten Missverständnisse:

Missverständnis: Parkinson beeinflusst NUR die Bewegung oder motorische Symptome wie Zittern, Steifheit und Langsamkeit.

Realität: Viele Parkinson-Symptome haben nichts mit der Bewegung zu tun. Nicht-motorische Symptome sind weit verbreitet und umfassen unter anderem Schlafstörungen, Verstopfung, Blasensymptome, Müdigkeit, Schmerzen, Kribbeln, Benommenheit, kognitive Schwierigkeiten, Angstzustände und Depressionen.

Fakt: Viele motorische und nicht-motorische Symptome von Parkinson sind gut behandelbar.

Missverständnis: Sie können anhand einer einzigen Beobachtung beurteilen, wie schwer die Erkrankung einer Person ist.

Realität: Viele Parkinson-Symptome können in ihrer Schwere schwanken und nicht alle Symptome sind sichtbar.

Fakt: Viele Menschen mit Parkinson erleben sogenannte ON-Phasen (wenn sie sich wohl fühlen und die Medikamente wirken) und OFF-Phasen (wenn die Symptome problematisch sind und Medikamente nicht wirken). Es ist wichtig diese Schwankungen zu dokumentieren, denn das Nachverfolgen Ihrer Symptome in Bezug auf Ihre Medikationszeiten und Dosierungen kann Ihrem/ Ihrer Arzt/ Ärztin helfen, Ihren Medikationsplan zu optimieren.

Missverständnis: Levodopa hört nach einigen Jahren auf zu wirken, daher sollten Sie mit der Einahme warten.

Realität: Levodopa wirkt jahrzehntelang und behandelt viele, aber nicht alle Symptome von M. Parkinson.

Fakt: Levodopa ist eine wirksame Behandlung von M. Parkinson und verbessert spürbar die Lebensqualität.

Missverständnis: Ihr/Ihre Arzt/Ärztin kann Ihre Zukunft und Ihren Krankheitsverlauf genau vorhersagen.

Realität: Kein Mensch erlebt den gleichen Verlauf, die gleichen Symptome oder die gleiche Reaktion auf Behandlungen, sodass selbst die besten Ärzte/ Ärztinnen Ihnen nicht genau sagen können, was auf Sie zukommt.

Fakt: Sie können Ihren Krankheitsverlauf beeinflussen! Verbessern Sie Ihren Gesundheitszustand in jedem Stadium, indem Sie sicherstellen, dass Sie fit bleiben und ausreichend schlafen und sich gut ernähren. Bewegung kann die Beweglichkeit, Ausdauer, Stimmung und Lebensqualität verbessern. Menschen mit M. Parkinson, die sich umfassend betreuen lassen, haben bessere Ergebnisse. Ihr Komplikationsrisiko ist geringer und sie genießen eine bessere Lebensqualität und ein längeres Leben.

Missverständnis: Alle Menschen mit Parkinson erleben „Schübe“.

Realität: Parkinson-Symptome verändern sich selten plötzlich über Tage oder Wochen. Wenn dies doch geschieht, ist es wichtig, die zugrunde liegende Ursache mit Ihrem medizinischen Team zu finden. Medikamentenänderungen, Infektionen, Dehydratation, Schlafentzug, Stress, Trauer und andere Erkrankungen können die Parkinson-Symptome stark beeinflussen.

Fakt: Bestimmte Medikamente (Prochlorperazin, Metoclopramid, Valproinsäure und andere) und andere Erkrankungen können die Parkinson-Symptome beeinflussen. Deshalb ist es wichtig, zugrunde liegende medizinische oder psychologische Probleme ausfindig zu machen.

Sie möchten noch mehr über die Parkinson Erkrankung lesen?

Der Selbsthilfegruppen-bundesverband Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. stellt auf seiner Homepage ausführliche Artikel, Podcasts und Videos zur Parkinson Erkrankung bereit: