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Häufig gestellte Fragen #5

Fragen zum Thema Bewegung und Sport bei Parkinson

Ich habe gehört, dass Sport bei Parkinson wichtig ist, stimmt das? Soll ich einen bestimmten Sport machen?

Bewegung ist für grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Lebensweise, aber für Menschen mit Parkinson ist Bewegung gleichzeitig auch eine Therapie! Es hat sich gezeigt, dass körperliche Aktivität viele Parkinson-Symptome verbessert, von Gleichgewichts- und Mobilitätsproblemen bis hin zu Depressionen, Verstopfung und sogar Denkfähigkeiten.

Darüber hinaus zeigt die Forschung, dass Bewegung eine das Gehirn schützen kann und die Degeneration von Gehirnzellen verlangsamt. Sportliche Betätigung ist auch ein Mechanismus, um das Leben mit Parkinson zu bewältigen. Die Etablierung von Trainingsroutinen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des gesamten Parkinson-Managements.

Was sagt die Forschung genau zu Thema Bewegung und Sport?

  • Jede Art von körperlicher Aktivität ist für Menschen mit Parkinson von Vorteil und kann die motorischen Symptome verbessern.
  • Bei Menschen in einem leichten bis mittelschwereren Stadium der Erkrankung können gezielte Übungen spezifische Symptome behandeln. Aerobic-Übungen verbessern zum Beispiel die Fitness, Gehübungen unterstützen die Gangstabilität. Eine Studie zeigte, dass wöchentliche Tango-Tanzkurse Menschen mit Parkinson dabei halfen, ihre motorischen Symptome, das Gleichgewicht und die Gehgeschwindigkeit zu verbessern.
  • Aerobic-Training kann altersbedingte Veränderungen Bewegungsfähigkeit verbessern.
  • Menschen, die früh mit dem Training beginnen, erleben einen deutlich langsameren Rückgang der Lebensqualität als diejenigen, die später anfangen.
  • Menschen in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung, die Sport treiben, zeigen stärkere positive Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Daher ist es besonders wichtig, trotz körperlicher Einschränkungen weiterhin Sport zu treiben und neue Möglichkeiten zu finden, wie das Training mit fortschreitender Krankheit zu erleichtert werden kann.

Zusammenfassend kann Bewegung und Sport dabei helfen Verbesserungen in den folgenden Bereichen zu erzielen:

  • Gangsicherheit und Gleichgewicht
  • Flexibilität und Körperhaltung
  • Koordination
  • Ausdauer
  • Arbeitsgedächtnis und Entscheidungsfindung
  • Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Schlafqualität

Was ist die beste Art von Bewegung oder Sport?

Es gibt kein Konzept, das für jede von Parkinson Betroffene Person gleich geeignet ist. Die Art der Bewegung, die am besten zu Ihnen passt, hängt von Ihren Symptomen, Fähigkeiten und Vorlieben ab. Für Betroffene, die in ihrem Alltag viel sitzen, ist es zum Beispiel schon von Vorteil, einfach mal aufzustehen und sich zu bewegen.

Daten aus dem der bisher größten klinischen Studie zuParkinson, legen nahe, dass Menschen mit Parkinson jede Woche mindestens 2,5 Stunden Sport treiben sollten, um ihre Lebensqualität zu verbessern.

Um die Symptome von Parkinson in den Griff zu bekommen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Trainingsprogramm einige wichtige Merkmale beinhaltet: Ausdauertraining, Kräftigungsübungen und Dehnungsübungen. Es gibt viele Sportarten, die Sie ausprobieren können, um alle drei Elemente zu integrieren, beispielsweise Joggen und Gehen, Radfahren, Tai Chi, Yoga, Pilates oder Tanz und Krafttraining.

Forscher haben außerdem heraus gefunden, dass wenn Sie eine neue Aktivität ausprobieren nicht nur Ihre Muskeln sondern auch ihr Gehirn etwas lernt. Seien Sie also kreativ und variieren Sie Ihre Routine: Trainieren Sie drinnen und draußen, alleine, in einem Kurs oder einzeln mit einem_einer Trainer_in oder in der Physiotherapie!

  • Entscheiden Sie sich für ein Trainingsprogramm, das Sie tatsächlich durchführen! Beginnen Sie kein, Trainingsprogramm, das Sie schnell wieder beenden, weil es zu schwer ist oder Ihnen keinen Spaß macht.
  • Entwerfen Sie eine abwechslungsreiche Routine. Machen Sie täglich einfache Dehn- und Haltungsübungen und stellen Sie sicher, dass Sie mehrmals pro Woche Aerobic- und Kräftigungsübungen einbeziehen.
  • Halten Sie die Trainingsintensität auf einem Niveau, das sich für Sie herausfordernd anfühlt.
  • Erwägen Sie, einer Sportgruppe oder einem Kurs beizutreten. Die Termine sind eine gute Motivation und bieten auch die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Ausgebildete Anleiter_innen geben klare Übungsvorgaben und bieten leichtere/schwerere Varianten an.
  • Testen Sie Trainingsvideos oder Heimtrainingsgeräte, wenn es für Sie schwierig ist, aus dem Haus zu kommen.
  • Musik kann Ihre Leistung verbessern, indem sie Rhythmus zur Koordination liefert.
  • Seien Sie kreativ mit Ihrer Fitness. Fordern Sie sich selbst heraus und haben Sie Spaß!

Sind Sie sich unsicher, wie Sie am besten beginnen?

Jede Form von Bewegung, ist von Nutzen. Auch Garten- und Hausarbeit zählen! Wenn Sie sich unsicher bei der Wahl eines Sportprogramms sind, konsultieren Sie Ihren/Ihre Arzt/Ärztin und, falls verfügbar, physiotherapeutisches Fachpersonal, das Erfahrung mit Parkinson hat.